Die Visionäre Stefanie und Emmanuel erzählen

Wir sind aus tiefstem Herzen dankbar, was Gott getan hat, was Er tut und was Er noch tun wird. Das Leben mit unserem großen Gott, der uns Seine bedingungslose Liebe durch Jesus Christus, Seinen Sohn, gezeigt hat ist spannend und voller Farben. Daher auch der Name „COLOURS OF MY HEART“, die Farben meines Herzens.

Ohne euch wäre dieses Werk „COLOURS OF MY HEART“ nicht zu dem geworden, was es jetzt ist. Die gesegneten Hände und Köpfe, die mit uns verwirklicht und organisiert haben und es treu immer noch tun, sind hier mit verwurzelt. Besonders den Menschen möchten wir tiefsten Dank aussprechen, die uns die finanziellen Mittel ermöglichten und die sich für uns mit ihrem Namen in Amtsangelegenheiten eingesetzt hatten. Dadurch konnten wir hier in Goldbach das aufbauen, was ihr heute sehen und erleben könnt.  Für jeden Einzelnen war es eine Entscheidung des Glaubens und eine Entscheidung des Herzens, sich mit seinem Leben Gott zur Verfügung zu stellen, damit hier in Goldbach die Arbeit überhaupt beginnen konnte.

Der Beginn von „COLOURS OF MY HEART e. V.“
Am 21. November 2010 wurde „COLOURS OF MY HEART“ ins Leben gerufen. Im Januar 2011 wurde der Kaufvertrag, des über 700 Jahre alten Bruderhauses eines ehemaligen Klosters der Eremiten-Mönche unterschrieben. Im Februar ging dann der Entrümpelungs- und Renovierungs-Marathon los. Wir waren bis Ende April von den frühen Morgenstunden bis in die späten Abendstunden mit zahlreichen Helfern hier im Einsatz. Wir wissen nicht wie wir dies alles bewältigen konnten, aber Gott gab uns die Kraft und die Freude dafür. Wir hatten unseren Blick auf Jesus gerichtet und wir wussten: Er wird alles geben, was wir brauchen, damit unsere Arbeit unter Kindern und Jugendlichen beginnen konnte. Das Gebet begleitete uns jeden Tag und wir wissen, dass Eure und unsere Gebete der Grund sind, warum Gott die Hände und Herzen so wunderbar
führte und es noch immer tut.

Wir wollten gemeinsam einen Zufluchtsort schaffen wo Kinder ein Zuhause finden können, die mit sozialen und seelischen Nöten zu kämpfen hatten. Besonders lag uns auf dem Herzen, ihnen von der Liebe Gottes zu erzählen, ihnen zu sagen: „Es gibt einen Vater im Himmel. Er hat euch gewollt, Er sieht euch und Er liebt euch.“ Wir wollten ihnen einen Weg aufzeigen, ein Leben im Glauben daran, dass Jesus Christus ein Heiland voller Liebe ist und Er sie auf ihrem Lebensweg begleiten möchte. Die Freizeiten in den Ferien und an den Wochenenden waren Teil dieser Vision. Dort leben Kinder und junge Menschen Gemeinschaft, hören von Gottes Liebe, können sich kreativ und künstlerisch entfalten, sportlich und handwerklichen Einsatz zeigen sowie seelsorgerlich begleitet werden. Wir sind begeistert darüber, wie die jungen Menschen sich mit ihren Gaben, Talenten und auch mit ihren einmaligen Persönlichkeiten, Gedanken und Ideen einbringen. Immer wieder wenn wir mit unseren tollen und treuen Mitarbeitern der Freizeiten darüber sprechen und beten, sind wir zutiefst erstaunt über Gottes Wirken und Sein Handeln. Dann stellen wir gemeinsam fest, wir selbst sind dadurch sehr gesegnet und wachsen in unserem Glauben und erleben wie Jesus mitten unter uns ist. Es ist ein Privileg, dieser jungen Generation zu dienen, sie zu begleiten und für sie zu beten denn diese jungen Menschen sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Wenn wir ihnen Werte der Liebe, Fürsorge und des Friedens mit auf den Weg geben, so wird die Welt durch jeden Einzelnen ein wenig heller. Wenn sie gemeinsam ein­stehen, scheint ein großes Licht in die doch schwierige und teilweise dunkle Welt. Der kleine Bauernhof mit seinen Tierfamilien ist wie eine Therapie für die Kinder. Sie haben eine Menge Spaß und Freude dabei die Tiere zu pflegen, zu versorgen und die Tiere liebevoll zu umsorgen. Unser Haus ist offen für die Menschen, die ein Herz für diese Arbeit bekommen, Menschen die von Gott geführt werden hier mit zu dienen und zu bauen, Menschen, die ihre Talente und Gaben der jungen Generation weitergeben möchten. Dies ist für die Kinder und Jugendlichen und für uns ein großer Segen.

Gott führte uns zusammen, damit wir hier in Goldbach für Ihn ein Haus der Liebe schaffen, wo Menschen die hier ein- und ausgehen, erfahren können, dass wir einen Gott haben, der immer noch führt, der handelt – ein Gott der lebt. Wir wurden beide bevor wir uns kennenlernten von Gott vorbereitet, bis wir uns das erste Mal 2009 in einer arabisch-deutschen Gemeinde in Stuttgart trafen. Die Grundsteine dieser Vision waren schon als junge Menschen in uns hineingelegt worden und nun war es an der Zeit, dass Gott Seines dazu gab.

Emmanuel: „Ich hatte Stefanie in der arabisch-deutschen Gemeinde kennengelernt als sie im Begriff war mit unseren Kindern der Gemeinde einen Bibel-Tag zu gestalten. Sie wurde mir als eine Missionarin vorgestellt, die besonders in Israel ihren Dienst getan hatte. Es war für mich interessant zu hören, da ich selbst eine große Liebe zu diesem Land hatte und ebenso eine Verbundenheit zum jüdischen Volk spürte. Meine Aufgaben in der Gemeinde waren den Pastor zu begleiten und die Menschen, die wegen ihres Glaubens in ihren Ländern verfolgt wurden, seelsorgerlich zu betreuen. Sie konnten jetzt hier in Deutschland in Frieden leben und auch ihren Glauben frei und ohne Angst bekennen. Für Gott sind wir auch immer wieder auf die Straße gegangen und verpassten keine Gelegenheit Menschen, besonders muslimischen Glaubens, von Jesus Christus zu erzählen, dass Er Gott ist und sie durch Ihn ewiges Leben haben können und Gemeinschaft mit einem liebenden Vater im Himmel. Meine Familie und ich stammen aus Syrien und das Erbe, das meine Eltern mir und meinen 13 Geschwistern hinter­­ließen ist die Liebe Jesu, so bin ich in einer christlichen Familie groß geworden und wusste, wer Gott ist. Als Kind habe ich in den Ferien regelmäßig meinen Onkel besucht, der einen kleinen Bauernhof hatte. Ich fühlte mich dort in der Arbeit und mit den Tieren sehr wohl und stellte mir selber vor eines Tages so etwas zu tun. Ich träumte von einem eigenen Bauernhof, doch das sollte noch auf sich warten lassen. Ich hatte ein Herz für benachteiligte Kinder. Während meines Studiums betreute ich blinde Kinder, die in einem Waisenhaus lebten. In meiner Freizeit war Sport immer dabei. Es war für mich eine Freude mit Kindern Fußball zu spielen und mein Leben als Christ in einer überwiegenden muslimischen Welt zum Zeugnis werden zu lassen. Mit 24 Jahren kam ich nach Deutschland. Leider musste ich die ersten Jahre in Deutschland durch sehr schwere Zeiten gehen. Doch eines wusste ich genau: Gott wird für mich streiten und Er wird mein Leid in Freude und Segen wenden.

Als Stefanie das zweite Mal in der Gemeinde einen Bibel-Tag gestaltete, kamen wir ins Gespräch. Es dauerte nicht lange und Stefanie und ich unterhielten uns über unseren Dienst und unseren Glauben. Eine Überraschung war es für uns, dass wir beide in Heilbronn wohnten. So hatten wir vor, mal wieder in Kontakt miteinander zu treten. Doch bis dahin sollten noch ein paar Wochen vergehen bis wir uns wiedersehen konnten. Sie plante wieder für ein paar Wochen nach Jerusalem zu gehen.

Stefanie: „Und das tat ich dann auch. Ich war insgesamt neun Wochen in Jerusalem und diese Zeit war für mich sehr wichtig, denn ich konnte noch mal Abschied nehmen von vielen Dingen und besonders von lieben Freunden, die für mich wie meine Familie geworden waren. Ich wusste Gottes Wege für mich waren nun in Deutschland vorbereitet. Ich vertraute Gott, dass Er es wunderbar führen würde und so tat Er es auch. Als ich wieder in Deutschland ankam, hatte ich Emmanuel angerufen um ihn zu fragen, ob wir uns treffen könnten, was er mich vor Israel schon gefragt hatte – ich aber noch Zeit brauchte, es im Gebet zu bewegen um nach Gottes Wille zu fragen. Tief in meinem Herzen wusste ich Emmanuel ist mein Mann und er ist der Mann mit dem ich diese Vision, die ich von Gott hatte, verwirklichen werde. Es dauerte nicht lange und auch er bekam die Bestätigung durch seine beiden Kinder. Er betete zu Gott und sagte ihm, wenn ich die Richtige bin, müssen seine Kinder ihm das sagen. Gott erhörte seine Gebete und die Kinder hatten zuvor niemanden akzeptiert, doch ich durfte an der Seite ihres Vaters sein und auch an ihrer Seite. Denn sie gewannen mich vom ersten Moment an lieb und nach kurzer Zeit war ich Mama Stefanie, und sie sagten zu ihrem Vater ‚Mama Stefanie darfst du heiraten‘ und heute bin ich Mama.

Im März 2010 heirateten Emmanuel und ich und nun hatten die Kinder eine Familie wo sie Geborgenheit und Liebe erfahren durften. Zu dieser Zeit lebten die Kinder noch bei der Mutter und ihrer Familie. Durch viele schlimme Umstände ging es ihnen dort gar nicht gut. Wir wussten was Gott von uns wollte, wir sollten voran gehen im absoluten Vertrauen, dass Er unsere Wege führen und auch unser Versorger sein würde. Es waren keine leichten ersten Schritte, denn die Hürden vor uns waren sehr schwer zu überwinden. Doch Gott schenkte uns Kraft und Stärke weiterzugehen. Die Entscheidung sich selbstständig zu machen trafen wir sehr schnell und so besuchte ich einen Kurs über das Arbeitsamt für
Existenzgründer, die uns auch Unterstützung gaben. Wir kämpften nun auch gemeinsam für die Kinder beim Jugendamt um sie aus ihrer schlimmen Lebenssituation herauszuholen. Während wir überlegten und beteten, wo Gott den Ort bestimmte, dass wir die Vision verwirklichen könnten, war vom Jugendamt und Gericht ein Gutachten angedacht um herauszufinden, wo die Kinder leben sollten. Bei der Mutter und ihrer Familie oder bei Emmanuel und mir.

Gott schreibt mit jedem Geschichte, der bereit ist sein ganzes Vertrauen auf Ihn zu setzen. Was wir in den nächsten Monaten erleben und sehen durften, ist ein großes Zeugnis dafür, dass unser Gott ein lebendiger Gott ist. Emmanuel, die Kinder und ich waren bei einem Professor, der das Gutachten erstellte. Wir wurden alle vier durchleuchtet bis ins kleinste Detail. Für uns war klar, dass wir erzählen mussten was wir vor hatten: Einen Bauernhof kaufen um dort die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen anzufangen. Wir bekannten auch, dass wir an Jesus Christus glauben und wir Gott vertrauen, dass Er die Vision durch uns ins Leben ruft. Ganz ehrlich, es war ganz schön gewagt, aber Gott war treu und Er segnete unsere Ehrlichkeit. Da der Professor ein Buch über religiöse Erziehung und Werte geschrieben hatte und sich sehr positiv darüber äußerte, hatten wir den Weg für ein offenes Ohr frei. Wir beteten und flehten zu Gott, Er möge doch den Weg frei machen. Nach einiger Zeit als das Gutachten bei uns ankam und wir es lasen, waren wir anfangs sprachlos. Der Professor hatte sich dafür ausgesprochen, dass die Kinder bei uns eine sehr gute und gesicherte, mit Liebe gefüllte Zukunft haben würden. Doch er hatte eine Bedingung daran geknüpft. Er schrieb weiter, dass die Kinder nur zu uns kommen können, wenn wir es schaffen den Bauernhof zu kaufen, den Kindern ein Zuhause zu schaffen und unsere Arbeit beginnen würden. Dies alles passierte im Herbst 2010 und im Februar 2011 war die Gerichtsverhandlung angestrebt. Es sollte entschieden werden, wo die Kinder ihren Lebensmittelpunkt haben sollten. Wir warteten und bangten im Gebet.

Das Unmögliche wurde war
Zu dieser Zeit lebten wir beide von staatlicher Unterstützung, wir hatten keine Ersparnisse und ein Bauernhof war noch gar nicht existent gewesen. Gott musste das Unmögliche möglich machen. Wir suchten und suchten nach einem Haus, doch fanden wir keines – schon gar nicht einen ganzen Bauernhof und wie sollte dies auch gehen. Wir hatten keine finanziellen Mittel zur Verfügung. Meine liebe Freundin Giusy, die für mich mit den Jahren auch eine Schwester wurde, rief uns an und erzählte, sie hätte vielleicht etwas gefunden. Also schauten wir uns das Inserat genauer an. Es war ein 700 Jahre altes Kloster in Goldbach mit Stall, Scheune, Garten und Innenhof sowie mehreren Schuppen – nicht zu vergessen ein uraltes Backhaus. Der Kaufpreis war für uns unüberwindlich, es war nicht möglich in unserer Situation, doch Gott bereitete bereits vor, das Unmögliche möglich zu machen. Wir meldeten uns bei der Nummer, die angegeben war um Kontakt mit dem Verkäufer aufzunehmen. Wir verabredeten uns für den Samstag und es war am Anfang der Woche als wir den Termin vereinbarten. Bekannte, die uns auch immer wieder geholfen hatten, meinten, es wäre gut, wenn wir die Hälfte des Kaufpreises hätten. Das war eine Aussage, die mich im ersten Moment fassungslos gemacht hat. Wie sollte das denn gehen, innerhalb von vier Tagen eine sichere Zusage bekommen über die Hälfte des Kaufpreises. Am Donnerstagabend geschah dann das große Wunder. Ich weiß noch heute wie Emmanuel und ich auf die Knie sind um
unseren Vater im Himmel und unserem Herrn Jesus Christus zu danken für Seine unaussprechliche Gnade, die Er uns geschenkt hat durch eine Nachricht, die uns den Himmel öffnete. Es gab jemand, die sich bereit erklärte uns die benötigte Summe zu schenken. Diese Person wusste, als sie das Geld erhielt, dass sie es für das Reich Gottes einsetzen würde. Ich kenne diese Person schon seit vielen Jahren und ich danke ihr von ganzem Herzen, dass sie an diese Vision geglaubt hat. Das war ein großes Wunder das wir erfahren durften. Wir durften weitere Wunder erleben. Eine Familie erklärte sich bereit, uns über die weitere Hälfte des Kaufpreises einen Privatkredit zu geben. Aus unserer Familie waren eine Tante und ein Onkel bereit, uns beim Hauskauf zu helfen und zu unterstützen. Auch sie wussten von Gottes Ruf in unserem Leben und glaubten fest daran. Aber besonders wollten sie uns als Familie segnen um dass der Weg für Emmanuels Kinder – unsere Kinder – zu uns frei wurde. Am Tag der Gerichtsverhandlung die im Februar 2011 war, wurden wir zum Zeugnis für das Gericht und besonders für den Professor. Er war erstaunt und sagte dem Gericht: ‚Die Familie Yacoub hat es tatsächlich geschafft!‘ Und der Weg für die Kinder war nun geebnet. So kamen die Kinder im Sommer zu uns. Wir alle waren so sehr glücklich und wussten, Gott hatte Seine Versprechen gehalten.

Wir möchten auch meinen Eltern danken, die uns von Anfang an finanziell sehr unterstützten, die das Haus zu einem großen Teil gefüllt haben und immer wieder instand halten. Die aber auch in vielen Dingen mittragen und tatkräftig helfen. Besonderen Dank möchten wir aussprechen für alle, die an uns geglaubt haben und Gott vertrauten, dass Sein Segen uns auf diesem Weg begleitet.

In Verbundenheit und Seiner Liebe
Emmanuel und Stefanie

 

 

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